Über den Irrtum, nichts zu verbergen zu haben
Wer sein Konto online verwaltet, seine Kreditkarte im Internet gebraucht, Daten auf dem Briefkopf weitergibt und außerdem Vielfliegerpunkte sammelt und elektronische Rabattkarten nutzt, der muss sich nicht wundern, wenn mancher Computer-Experte sein Leben genauestens kennt. Folge ist die passende Werbung bei Google, per E-Mail oder sogar auf das Mobiltelefon. Wer meint, es gebe ohnehin nichts zu verbergen, mag Recht haben. Der ist aber auch noch nie in Verdacht geraten oder in Misskredit. Die Einschätzung, man sei nicht kreditwürdig, ist kaum mehr aus der Welt zu bekommen. Selbst wenn sie auf falschen Informationen beruht. Es geht um Freiheit und die "informationelle Selbstbestimmung". Wir wissen nicht, was wo über uns gespeichert wird und erst recht nicht, wie wir das ändern können. Und nur wenige Menschen erkennen, wie schleichend die Freiheit schwindet.
Sendung Lebenszeichen bei WDR 5 vom 18.06.2006
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der chris - Mo, 26. Jun, 17:26